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            12 April 2004 | 14:24 CET 


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            DGB ruft zu Demonstrationen gegen Sozialreformen auf
            Samstag 3 April, 2004 10:33 CET 
                   


            Berlin (Reuters) - Mit Großdemonstrationen in mehreren deutschen 
            Städten will der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Samstag für 
            sozial gerechtere Reformen demonstrieren. Die gewerkschaftlichen 
            Aufrufe unter dem Motto "Aufstehn, damit es endlich besser wird!" 
            sind eingebettet in ähnliche Protestaktionen in ganz Europa.
            Im Vorfeld der Kundgebungen verschärften Vertreter der Opposition 
            ihre Kritik an den deutschen Gewerkschaften. FDP-Chef Guido 
            Westerwelle warf dabei Spitzenvertretern der Gewerkschaften in der 
            Zeitung "Bild am Sonntag" vor, sie seien "Verräter der 
            Arbeitnehmerschaft und der Arbeitslosen".
            KUNDGEBUNGEN IN ZAHLREICHEN STÄDTEN
            In Deutschland sind am Samstag Kundgebungen in Berlin, Köln und 
            Stuttgart geplant, auf denen unter anderem der DGB-Vorsitzende 
            Michael Sommer, IG-Metall-Chef Jürgen Peters und Verdi-Chef Frank 
            Bsirske sprechen wollen.
            Nach Informationen der "Bild"-Zeitung rechnen die Veranstalter bei 
            den Kundgebungen in den drei deutschen Großstädten mit über 250.000 
            Demonstranten. Die Zeitung berief sich in einer Vorabmeldung der 
            Ausgabe vom Samstag auf Angaben von Polizei, Deutscher Bahn AG und 
            aus Gewerkschaftskreisen. DGB-Bezirke und -Regionen setzen dem 
            Bericht zufolge für die Anreise ihrer Mitglieder rund 3100 Busse und 
            21 Sonderzüge ein. Nach Angaben der Polizei ist aber allein für 
            Berlin eine Veranstaltung mit 100.000 Teilnehmern angekündigt.
            WESTERWELLE WILL BÜNDNISSE GEGEN FUNKTIONÄRE
            Laut Vorabmeldung der "Bild am Sonntag" forderte FDP-Chef 
            Westerwelle "betriebliche Bündnisse" zur Entmachtung von 
            Gewerkschaftsfunktionären, die die Erneuerung der sozialen 
            Marktwirtschaft bekämpften. "Arbeitnehmer und Betriebsräte wissen 
            besser, was für ihre Arbeitsplätze gut ist, als die Engelen-Kefers 
            und Bsirskes", sagte Westerwelle und kündigte für den 1. Mai eine 
            "Gegenkundgebung zu den Gewerkschaften" an.
            Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Friedrich Merz 
            (CDU) warf "einigen Gewerkschaften" vor, sie "träumenten von den 
            70er Jahren und vergäßen dabei die Zukunft. "Wir müssen das 
            Tarifkartell aufbrechen und die Funktionäre entmachten", erklärte 
            der CDU-Politiker. Die meisten Betriebsräte und 
            Gewerkschaftsmitglieder seien im Gegensatz dazu "längst in der 
            Wirklichkeit angekommen".
            Dem DGB zufolge sind unter dem Motto "Für Arbeit und soziale 
            Gerechtigkeit in Europa" Kundgebungen auch in zahlreichen anderen 
            Städten in insgesamt 16 europäischen Ländern geplant, darunter die 
            Hauptstädte London, Paris, Rom und Brüssel, aber auch Warschau, 
            Bukarest und Budapest.
            Die Sozialreformen bedeuteten unter anderem höhere 
            Gesundheits-Kosten, sinkende Renten und verschärfte 
            Zumutbarkeitsregelungen für die Arbeitsaufnahme, teilte der DGB mit. 
            Zudem würden von den Vertretern der Arbeitgeber immer ungenierter 
            niedrigere Löhne und längere Arbeitszeiten gefordert und andernfalls 
            werde mit der Auslagerung von Arbeitsplätzen gedroht. Dies geschehe 
            nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern. Dies 
            würden die Gewerkschaften Europas nicht länger hinnehmen.


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